Krapfenzeit

Oft liegt es nur an der eigenen Perspektive, mit der wir die Welt betrachten – oder zumindest Teile davon. Der Krapfen ist eigentlich ein lichtscheues Wesen. Er versteckt sich gern in warmen Stuben und kann auch nur dort aus sich heraus. Der Winterkrapfen läuft im Fasching zur Höchstform auf und zelebriert dann sein erstes Coming-out.
Der wirklich echte Krapfen „blüht“ erst einige Monate später. Der wahre Krapfen ist der Sommerkrapfen. Natürlich handelt es sich auch hier um ein lichtscheues Geschöpf.
Es schlüpft frühestens Anfang Mai aus seiner Schale, um sein Eigenleben unter den Menschen zu führen. Hinter Umhängetaschen und Hüftgürteln versteckt, anfangs blass und „kasig“ färbt er sich in den Folgemonaten in glänzendes goldbraun. Diese zivilisierte Spezies des Sommerkrapfens ist laut Fachkreisen leider vom Aussterben bedroht.
Das männliche Pendant in Bayern jedoch darf sich zu den unsterblichen Klassikern zählen und ist nach wie vor in prächtigen Exemplaren vorzufinden.

 

 

Often it is just our own perspective, with which we look at the world – or at least parts of it. The ’Krapfen’ is a rather shady thing. It likes to hide in warm rooms, only there it can open up. The ’Winter Krapfen’ is in top shape around carneval and celebrates its first coming out at that time. The actual ’Krapfen’ blooms a few months later. The true ’Krapfen’ is the ’Summer Krapfen’. Of course it is shady as well, but slips out of its peel at the beginning of May – at the earliest – in order to lead a life of its own amongst the people. Hidden behind purses and garter belts, completely pale at first, it then gains a golden brown color during the following months. However, this civilized species of the ’Summer Krapfen’ is in danger according to experts.
Luckily, the male equivalent of the summer ’Krapfen’ in Bavaria gets to count itself among the immortal classics and can still be found in various glorious specimen.

Fotocredits: meierei